Danke "alter Schwede"!

"Danke, alter Schwede"!  Dem liebenswerten, augenzwinkernden Dank unserer Oberbürgermeisterin und Stiftungsratsvorsitzenden Barbara Bosch schließen wir uns uneingeschränkt an! In den letzten acht Jahren hat Ola eine ganze Menge bewegt - und das ist wörtlich zu nehmen: Denn unser Umzug von der alten Friedrich-List-Halle in die neue Spielstätte in der Stadthalle ist unter seiner Ägide vollzogen und von ihm sorgfältig begleitet worden. Die heutige Freude des Orchesters und unseres Publikums über die Differenziertheit des Klangs und die auf allen Plätzen fast gleich gute Akustik wäre ohne sein unermüdliches Engagement während der Bauphase nicht denkbar!

Am 6. Juni 2016 verabschiedete sich Ola Rudner nun in ebendiesem Saal aus seiner Funktion als unser Chefdirigent mit einer berauschenden Aufführung der gesamten Schauspielmusik von Edvard Grieg zu Henrik Ibsens "Peer Gynt". Als Sprecher glänzte mit den Textintermezzi von Franzobel der großartige Dominique Horwitz!

WPR und Willkommenskultur

Musik verbindet über Sprachgrenzen hinweg. Ein Sinfonieorchester wie die WPR macht täglich vor, wie Menschen aus derzeit vierzehn Nationen sich (nicht nur musikalisch) verständigen und miteinander klar kommen können. Jetzt, wo etliche Menschen vor Terror und Krieg bei uns Zuflucht suchen, können die verbindenden Kräfte und die gesellschaftliche Relevanz von Musik wieder stärker ins Blickfeld rücken.
Im Bewusstsein, dass die Brückenbauer-Kompetenzen von Musikerinnen und Musikern mehr denn je gefragt sind, haben wir ein besonderes Interesse, ihren Beitrag zur Integration von Flüchtlingen zu leisten. Inzwischen hat sich unter Orchester- und Managementmitgliedern ein Runder Tisch zum Thema gebildet. Statt eines einmaligen „Events“ zur Hilfeleistung überwog zunächst der Wunsch, persönliche Beziehungen zu Menschen zu knüpfen, aus erster Hand zu erfahren, wo wie geholfen werden kann und vielleicht sogar eventuelle Möglichkeiten des Miteinander-Musizierens auszuloten. So sind einige Musikerinnen und Musiker, das Instrument unter dem Arm, bereits in verschiedene Aufnahmeeinrichtungen gegangen, um musizierenderweise in Kontakt zu treten und den in Erstaufnahmeeinrichtungen ja auch durch Warten und Langeweile geprägten Alltag zu durchbrechen. Andere Orchestermitglieder haben sich bei Veranstaltungen wie der vom Stadtjugendring, KuRT-Festival und Musikschule Reutlingen ins Leben gerufenen Jam-Session im Asyl-Café in der Flüchtlingsunterkunft Ringelbachstraße beteiligt. Darüber hinaus ist in nächster Zeit ein Zusammentreffen mit einer Gruppe von unbegleiteten minderjährigen Jungs aus Syrien, Irak, Afghanistan und Somalia geplant, die derzeit auf einen Schulplatz warten. Währenddessen bekommen sie in einer Erwachsenenbildungseinrichtung ihre ersten Deutschkenntnisse singenderweise vermittelt, werden aber auch über Werte in unserer Gesellschaft, Gleichstellungsfragen, Gepflogenheiten und vieles mehr aufgeklärt.
Der Ruf nach Integration der Flüchtlinge ist laut, doch ist Integration keine Einbahnstraße: Es ist an uns allen, den Ankommenden die Kultur nahezubringen, in die sie sich integrieren sollen. Hieran wollen wir anknüpfen und unser Scherflein zu einem gedeihlichen Miteinander beitragen.

Aktusikprobe in der neuen Stadthalle

Am 4. Dezember 2012 fand in der neuen Stadthalle eine Akustikprobe mit Publikum statt. Hier ein paar Impressionen von Marinko Belanov.

Unser junges Publikum

Konzept und Programmierung: Landsiedel | Müller | Flagmeyer