Michala Petri

Blockflöte

Michala Petri wird als die führende Instrumentalistin auf Instrumenten der Blockflötenfamilie angesehen. Ihr Repertoire berücksichtigt Werke aus Barock, Klassik, Romantik und erstreckt sich bis in die Moderne. Gerade in dieser Vielfalt liegt der besondere Reiz der Künstlerin: Michala Petri hat auf vielerlei Weise die Grenzen ihres Instrumentariums erweitert, ja sogar gesprengt. In ihren Händen ist die Blockflöte nicht ein Nebenfluss zum großen Strom der „wesentlichen“ Instrumente, sondern wird selber zu einem Haupt-Instrument. Sie war von Beginn ihrer Laufbahn an einer der wesentlichen Auftraggeber für Komponisten, über 100 Werke sind für sie geschrieben worden von Tonsetzern wie Malcolm Arnold, Vagn Holmboe, Per Nørgaard, Daniel Börtz, Gordon Jacob – und die Liste erweitert sich ständig. Neben dem Interesse für zeitgenössische Musik hat Michala Petri immer schon Transkriptionen von barocken bis romantischen Werken erstellt und gespielt, lange bevor bekannt war, dass es auch in Klassik und Romantik durchaus Originalwerke für die Blockflöte gibt. „Diese Tatsache rechtfertigt meine vielen Transkriptionen von Werken dieser Perioden und meinen Wunsch, die Möglichkeiten des Instruments zu erweitern“, sagt Michala Petri und betont, dass sie bei Transkriptionen sorgfältig solche Stücke gewählt habe, die der Natur ihres Instruments entsprechen, wie etwa solche Werke, die von Volksmusik inspiriert sind. Entsprechend ihrer Absicht, die Blockflöte und ihr Repertoire aus den einengenden Ansichten über ihre „eigentliche“ Zugehörigkeit zur barocken Welt zu befreien, hat Michala Petri immer mit Orchestern und Instrumentalisten musiziert, die nicht in erster Linie barocke Musik favorisieren, etwa Claudio Abbado, Heinz Holliger, Gidon Kremer, Henryk Szeryng, Pinchas Zukerman, Keith Jarrett u.v.a.m. Für Michala Petri steht die Musik selbst an erster Stelle: „Für mich ist Musik das Wichtigste, nicht das Instrument – das ist bei mir eben die Blockflöte, die es in verschiedenen Epochen in verschiedenen Varianten gibt. Mein Ziel ist es, der Musik jeder Zeit den adäquaten und bestmöglichen musikalischen Ausdruck zu geben. Dazu muss ich natürlich auch andere Dinge berücksichtigen: das Instrument, welches ich für das jeweilige Stück wähle, den Konzertsaal, die Zuhörer und natürlich die Mitspieler.“ Diese Bescheidenheit – und zugleich Entschiedenheit, was die Priorität der Musik angeht – erlaubt es Michala Petri ebenso, mit Alte-Musik-Ensembles zu musizieren, wie etwa mit Musica Antiqua Köln. Damit ihr Instrument, die Blockflöte in ihren verschiedenen Erscheinungsformen, sich auch klanglich behaupten und durchsetzen kann, war es immer schon Michala Petris Wunsch, seine begrenzten dynamischen Möglichkeiten zu erweitern. Deshalb hat sie aktiv mit Instrumentenbauern zusammengearbeitet und in den letzten Jahren ihre Erfahrung bei der Entwicklung einer neuen Flöte eingebracht, in der ihre Vorstellungen umgesetzt sind. „Mit diesem Instrument, das mehr Dynamik und Tonumfang hat, kann ich Musik der Romantik besser Ausdruck verleihen, bin ich in meinen Ausdrucksmöglichkeiten weniger begrenzt“, meint Michala Petri dazu. Dass Michala Petri keine spieltechnischen Grenzen kennt, regt natürlich ihre musikalische Experimentierfreudigkeit an. Nicht allein im Bereich klassischer Musik – mit Orchestern, in Kammermusik-Ensembles und im Duo mit Lars Hannibal – oder im Jazz – sie spielt u.a. mit Palle Mikkelborg – setzt sie ihr Können ein, sondern auch bei der Zusammenarbeit mit Musikern anderer Kulturen. Ihr Interesse gilt dabei zur Zeit China: Mit einer der besten Virtuosinnen auf der Xiao (Bambusflöte), Chen Yue, und einer der berühmtesten Pipa(Laute)-Spielerinnen aus dem Reich der Mitte, Yan Jiang, sowie dem Gitarristen/Lautenisten Lars Hannibal erprobt sie die interkulturelle Zusammenarbeit und hat bereits Werke bei chinesischen wie auch europäischen Komponisten in Auftrag gegeben.


29.09.2011
1. Werkkonzert


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