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Mozart und Salieri

Reutlingen, Theater Die Tonne

Die Veranstaltung wird auf die Spielzeit 21/22 verschoben!

Nikolai Rimski-Korsakow, Mozart und Salieri op. 48. Oper in einem Akt

N.N. Tenor
Johannes Fritsche, Bariton
Ensemble der WPR
Enrico Urbanek Regie
Martijn Dendievel, Musikalische Leitung

In Kooperation mit dem Theater Die Tonne
Mit freundlicher Unterstützung durch das Dirigentenforum des Deutschen Musikrats

Ursprünglich sollte der Titel der von Nikolai Rimski-Korsakow als Opernvorlage herangezogene„ kleine Tragödie“ von Alexander Puschkin schlichtweg Neid lauten. Antonio Salieri nämlich sieht sich darin um seine durch Fleiß, handwerkliches Können, Entsagung und Ehrgeiz doch so redlich verdienten Ehren gebracht, während dem Luftikus Mozart scheinbar mühelos die Herzen – und der Erfolg – zufliegen. Salieris Lösung lautet: Giftmord! Die (längst widerlegte) Verschwörungslegende vom unnatürlichen Tod Mozarts kam schon bald nach dessen Ableben auf und wurde Quelle künstlerischer Auseinandersetzung. Noch Drehbuchautor Peter Shaffer und Regisseur Milos Forman legten sie 1984 dem Film Amadeus zugrunde, in dem Mozart übrigens, ebenso wie bei Puschkin und Rimski-Korsakow, von Todesahnungen geplagt ist, während er gerade am Requiem komponiert. Der russische Komponist Nikolai Rimksi-Korsakow schuf für seine Oper nach dem gleichnamigen Versdrama von Puschkin selbst neben der Musik auch das Libretto. Kern des Werks ist das Zusammenprallen zweier gegensätzlicher Konzepte von Leben und Kunst: Salieri verkörpert den „Arbeiter“, dessen Schöpfertum auf Fleiß und Entbehrung fußt, Mozart das originelle Genie, dessen Kreativität Ergebnisspontaner Eingebung, wenn nicht gar göttlicher Gnade ist . . .Musikalisch schuf Rimski-Korsakow einen stilistischen Spagat zwischen Handlungs- und Entstehungszeit, also zwischen der klassischen Musik des späten 18. und der spätromantischen Tonsprache des ausgehenden 19. Jahrhunderts. Sogar Originalzitate von Mozart aus Figaros Hochzeit, Don Giovanni und – vor allem – dem Requiem finden sich gekonnt in das Werk verwoben: „Ich wurde mir bewusst, dass ich in eine neue Schaffensperiode eintrat und im Begriff war, mir eine musikalische Handschrift anzueignen, welcher ich mich vordem nur zufällig und ausnahmsweise bedient hatte“, so der Komponist, der zunächst Sorge hatte, dass das Werk wegen seiner Kürze und der kammermusikalischen Besetzung erfolglos bleiben könnte: Die Befürchtung war unbegründet, wie sich herausstellte: Die Uraufführung in Moskau 1898 war ein Erfolg.

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