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JENSEITS VON GUT UND BÖSE: VIDEO-IMPULSE

1. Sinfoniekonzert WAHR?NEHMUNG:

Die Symphonie fantastique von Hector Berlioz beschreibt Episoden aus dem Leben eines Künstlers im Opiumrausch. Kann man durch Drogenkonsum überhaupt dem eigenen Unterbewusstsein näher kommen?

Der Impuls von Prof. Dr. Anil Batra, Stellverstretender Ärztlicher Direktor, Leiter der Sektion Suchtmedizin und Suchtforschung am Universitätsklinikum Tübingen wird Mitte Juli veröffentlicht.

2. Kaleidoskop: In „Die sieben Todsünden“ von Kurt Weill und Bertholt Brecht lernt die eine junge Frau schnell, dass es nicht Tugenden sind, die zu Reichtum verhelfen.

Impuls von Stefanie Bremer, Aktivistin für Vermögensgerechtigkeit bei Taxmenow.

 

3. Sinfoniekonzert ZEITALTER DER ANGST?

Leonard Bernsteins Sinfonie Nr. 2 für Klavier und Orchester ist inspiriert von “The Age of Anxiety”, einem Erzählgedicht von Wystan Hugh Auden, das sich gegen die barbarische Seite der Zivilisation richtet.

Impuls von Prof. Dr. phil. Thomas Schmaus, Professor für philosophische Anthropologie, Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft, Alfter

4. Sinfoniekonzert Bös-Willig?

Den Rahmen des Konzerts bildet Musik aus Opern, die von Unterdrückung, Willkür und Demütigung handeln.

Impulsgeberin: Prof. Dr. Rita Haverkamp, Stiftungsprofessorin für Kriminalprävention und Risikomanagement an der Universität Tübingen

5. Sinfoniekonzert Glaube macht Sünde

Wenige Tage vor seinem Suizid vollendete 1970 der Katholik Bernd Alois Zimmermann sein wohl persönlichstes und bekenntnishaftestes Werk: Es basiert auf der berühmten Legende Der Großinquisitor von Fjodor M. Dostojewski, in der Jesus der Machtdemonstration des Großinquisitors ausgesetzt ist und sich auf der Anklagebank wiederfindet...

Zimmermann konfrontiert Textteile daraus mit Bibelzitaten aus dem Prediger Salomo, die kontrastreich und erschütternd direkt aufeinanderprallen, und stellt musikalisch den Bach-Choral „Es ist genug“ dagegen.

Impuls von Dr. phil. Dr. h.c. Michael Schmidt-Salomon, freischaffender Philosoph und Schriftsteller

5. Sinfoniekonzert Glaube macht Sünde

Wenige Tage vor seinem Suizid vollendete 1970 der Katholik Bernd Alois Zimmermann sein wohl persönlichstes und bekenntnishaftestes Werk: Es basiert auf der berühmten Legende Der Großinquisitor von Fjodor M. Dostojewski, in der Jesus der Machtdemonstration des Großinquisitors ausgesetzt ist und sich auf der Anklagebank wiederfindet...

Zimmermann konfrontiert Textteile daraus mit Bibelzitaten aus dem Prediger Salomo, die kontrastreich und erschütternd direkt aufeinanderprallen, und stellt musikalisch den Bach-Choral „Es ist genug“ dagegen.

Impuls von Marcus Keinath, Dekan des evangelischen Kirchenbezirks Reutlingen

5. Sinfoniekonzert Glaube macht Sünde

Wenige Tage vor seinem Suizid vollendete 1970 der Katholik Bernd Alois Zimmermann sein wohl persönlichstes und bekenntnishaftestes Werk: Es basiert auf der berühmten Legende Der Großinquisitor von Fjodor M. Dostojewski, in der Jesus der Machtdemonstration des Großinquisitors ausgesetzt ist und sich auf der Anklagebank wiederfindet...

Zimmermann konfrontiert Textteile daraus mit Bibelzitaten aus dem Prediger Salomo, die kontrastreich und erschütternd direkt aufeinanderprallen, und stellt musikalisch den Bach-Choral „Es ist genug“ dagegen.

Impuls von Dr. med. Dr. phil. Dipl.-Psych. Martin Härter, Direktor Institut und Poliklinik für Medizinische Psychologie am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf

6. Sinfoniekonzert: Doppelmoral

Du sollst nicht ehebrechen. (6. Gebot: Altes Testament, 2. Mose 20, 14)

Was aus Liebe getan wird, geschieht immer jenseits von Gut und Böse (Friedrich Nietzsche, Jenseits von Gut und Böse, 4. Hauptstück, 153) 

Neuem Leben blickt im Gedicht „Verklärte Nacht“ von Richard Dehmel ein verliebtes Paar entgegen. Dass in der Gedichtvorlage das Kind nicht von ihm stammt, sorgte noch bei der Uraufführung von Arnold Schönbergs Vertonung für einen Skandal.

Impuls von Weihbischof Thomas Maria Renz, Bistum Rottenburg-Stuttgart

6. Sinfoniekonzert: Doppelmoral

Die „Pantomime grotesque“ Der wunderbare Mandarin von Béla Bartók ist eine in der Halbwelt einer Großstadt angesiedelte Parabel, in der sozialkritische Satire und erlösende Liebes- und Todesthematik aufeinanderprallen: Drei Gauner zwingen ein Mädchen, Männer von der Straße heraufzulocken, um sie auszurauben. Als der unheimliche Mandarin auftaucht, bleibt es nicht beim Raub. Die Gauner versuchen, den geheimnisvollen Fremden zu töten. Doch weder der Versuch ihn zu ersticken noch das Durchbohren mit dem Schwert oder das Erhängen führen zum Tod. Erst als das Mädchen ihn in die Arme nimmt und Erbarmen zeigt, fangen seine Wunden an zu bluten und er stirbt.

Impuls von Kübra Gümüşay, Journalistin, Bloggerin, Autorin und Netzaktivistin

7. Sinfoniekonzert Das Unglück, das Glück und der Mensch

Kann es eine Welt ohne Krieg geben?

„Ich wollte in diesem Werk die Auflehnung des modernen Menschen gegen die Flut der Barbarei, der Dummheit, des Leidens, des Maschinismus, der Bürokratie symbolisieren, die uns seit einigen Jahren bestürmt. Ich habe in der Musik den Kampf dargestellt, der im Herzen des Menschen zwischen dem Verzicht auf die blinden, ihn einzwängenden Mächte und dem Drang nach Glück, Friedensliebe und der göttlichen Zuflucht ausgetragen wird,“ schrieb Arthur Honegger über seine 3. Sinfonie die er 1945/46 komponierte: „Meine Symphonie ist ein Drama, das drei Personen – wirklich oder symbolisch – spielen: das Unglück, das Glück und der Mensch.“

Impuls von Pascal Kober MdB, Pfarrer der Evangelischen Landeskirche in Württemberg, ehemaliger Militärseelsorger und stellvertretender Landesvorsitzender der FDP Baden-Württemberg. Opferbeauftragter Der Bundesregierung

 

8. Sinfoniekonzert Liebe(s)Tod und Paradies

Fragen nach dem Jenseits sind in der Musik des Antisemiten Richard Wagners ebenso wie in der des katholisch getauften Juden Gustav Mahler von Bedeutung.

Liebesrausch und Todessehnsucht: Den Tod als beglückende Erlösung erkennt Isolde, wenn sie am Ende der wohl berauschendsten „Oper der Ekstasen“ (Kurt Pahlen) in einer Vision verklärt über den Leichnam des Geliebten Tristan sinkt: „In des Welt-Atems wehendem All ertrinken, versinken, unbewusst – höchste Lust!“ Und Mahler bekannte: „Ich weiß für mich, daß ich, solang ich mein Erlebnis in Worten zusammenfassen kann, gewiß keine Musik hierüber machen würde. Mein Bedürfnis, mich musikalisch-symphonisch auszusprechen, beginnt erst da, wo die dunklen Empfindungen walten, an deren Pforte, die in die ‚andere‘ Welt hineinführt; die Welt, in der Dinge nicht mehr durch Zeit und Ort auseinanderfallen“.

Neben der der Frage nach der Existenz des Jenseitigen darf man sich angesichts von Richard Wagners Antisemitismus auch fragen: (Unter welchen Umständen) Darf Musik von fehlbaren Schöpfern überhaupt präsentiert werden?

Impuls von Dr. Michael Blume, Religionswissenschaftler und Antisemitismusbeauftragter der Landesregierung

8. Sinfoniekonzert Liebe(s)Tod und Paradies

Fragen nach dem Jenseits sind in der Musik von Richard Wagner ebenso wie in der von Gustav Mahler von Bedeutung.
Mahler bekannte: „Ich weiß für mich, daß ich, solang ich mein Erlebnis in Worten zusammenfassen kann, gewiß keine Musik hierüber machen würde. Mein Bedürfnis, mich musikalisch-symphonisch auszusprechen, beginnt erst da, wo die dunklen Empfindungen walten, an deren Pforte, die in die ‚andere‘ Welt hineinführt; die Welt, in der Dinge nicht mehr durch Zeit und Ort auseinanderfallen“.

Impuls von Prof. Dr. med. Tobias Esch, Leiter des Instituts für Integrative Gesundheitsversorgung und Gesundheitsförderung an der Universität Witten/Herdecke

8. Sinfoniekonzert Liebe(s)Tod und Paradies

Fragen nach dem Jenseits sind in der Musik von Richard Wagner ebenso wie in der von Gustav Mahler von Bedeutung.
Liebesrausch und Todessehnsucht: Den Tod als beglückende Erlösung erkennt Isolde, wenn sie am Ende der wohl berauschendsten „Oper der Ekstasen“ (Kurt Pahlen) in einer Vision verklärt über den Leichnam des Geliebten Tristan sinkt: „In des Welt-Atems wehendem All ertrinken, versinken, unbewusst – höchste Lust!“

Was heißt Ekstase? Berühren wir mit ihr das Jenseits?

Impuls von Prof. Dr. phil. Thomas Schmaus, Professor für philosophische Anthropologie Alanus-Hochschule für Kunst und Gesellschaft