Hinter den Kulissen

25. Jubiläum der Christel-Guthörle Stiftung

Wenn am Samstag, den 24. Oktober 2026, das Sonderkonzert der Christel-Guthörle-Stiftung in der Stadthalle Reutlingen über die Bühne geht, wird ein ganz besonderes Jubiläum gefeiert: Seit 25 Jahren fördert die Stiftung hochbegabte junge Talente aus der Region auf ihrem Weg auf die großen Bühnen. Wir haben vorab mit den Solist:innen über ihre Herzensstücke, die tiefen Wurzeln zur Stiftung und kleine Rituale vor dem Auftritt gesprochen.

Mehr als nur eine Förderung: Eine musikalische Familie

Finanzielle Zuschüsse für Wettbewerbsreisen, Meisterkurse oder Semestergebühren an renommierten Musikhochschulen sind das eine. Was die Christel-Guthörle-Stiftung jedoch seit einem Vierteljahrhundert so außergewöhnlich macht, ist die persönliche und ideelle Komponente.

„Die Förderung bedeutet nicht nur finanzielle Unterstützung, sondern vor allem ideelle Förderung. Bei Problemen – seien sie musikalischer oder persönlicher Natur – stehen Christel und H. D. immer mit Rat und Tat zur Seite,“ erzählt Blockflötistin Johanna Rist.

Für Hornist Christoph Eß, der zu den allerersten Stipendiaten der Stiftung zählte (und sogar der erste Musiker überhaupt war), ging die Unterstützung weit über das Musikalische hinaus:

„Viel wichtiger als das Finanzielle war und ist bis heute der persönliche Kontakt, der Austausch und die mentale Unterstützung – oder schlicht die Hilfe bei der Suche nach Konzertkleidung und Künstlerfotos. Es war für mich selbstverständlich, bei diesem Jubiläumskonzert mitzuwirken und den beiden ‚Stiftungseltern‘ etwas zurückzugeben.“

Auch für Pianist András Lakatos war die Stiftungszeit prägend: „In den letzten Jahren war die Förderung für mich extrem wertvoll – nicht nur wegen der akademischen Möglichkeiten, sondern vor allem wegen der Begegnungen und Menschen, die ich dadurch kennenlernen durfte.“

Gemeinsam mit Cellist Lukas Plag bilden sie eine hochkarätige Riege ehemaliger Stipendiat:innen, die an diesem Abend die beeindruckende Bandbreite und Exzellenz der Stiftungsarbeit erlebbar machen.

Die Meisterwerke des Jubiläumsabends

Das Festprogramm zum 25-jährigen Bestehen spannt einen weiten Bogen vom französischen Barock bis in die Hochromantik. Neben stimmungsvollen Orchesterwerken wie Lullys berühmtem Marche pour la cérémonie des turcs oder Bizets L’Arlésienne-Suiten stehen die Soloinstrumente im Mittelpunkt:

Vivaldis Venedig im barocken Licht

Johanna Rist nimmt das Publikum mit auf eine Klangreise ins Italien des 18. Jahrhunderts und interpretiert Antonio Vivaldis Blockflötenkonzert in c-Moll (RV 441).

„Dieses Stück lädt ein, durch das Venedig der Barockzeit zu schlendern: durch die verschlungenen Gassen, über kleine Brücken, vorbei an herrschaftlichen Palazzi. Man sieht das Spiel von Licht und Schatten in den Lagunen und hört das geschäftige Treiben der Stadt...“ (Und wenn die Aufregung kurz vor dem Auftritt steigt? Dann helfen ruhige Atemübungen, um die Gedanken ganz auf die Musik zu lenken.)

Hochelegante Cellokunst mit Saint-Saëns

Cellist Lukas Plag präsentiert eines der beliebtesten Werke der Violoncello-Literatur: Camille Saint-Saëns’ Violoncellokonzert Nr. 1 a-Moll (op. 33). Das Werk besticht durch seinen ununterbrochenen, fließenden Bogen, aristokratische Eleganz und atemberaubende Virtuosität – ein meisterhafter Prüfstein für jeden Solisten und ein klanglicher Genuss für das Publikum.

Mozarts warmer Hornklang & Jagdzauber

Christoph Eß entschied sich für ein erklärtes Lieblingsstück von Christel Guthörle: Wolfgang Amadeus Mozarts Hornkonzert in Es-Dur (KV 447).

„Besonders der langsame Satz, die Romanze, ist ein unglaublich schöner, lyrischer Satz, mit dem der warme Klang des Horns wunderbar zur Geltung kommen kann. Und das schnelle Schlussrondo mit seinen Jagdthemen ist einfach reizvoll.“ (Anstelle fester Abläufe setzt er vor dem Auftritt auf ruhiges Ausatmen, lässt das Smartphone bewusst im Etui und greift lieber zu einem guten Buch.)

Romantische Jugenderinnerungen mit Mendelssohn

Auf dem Flügel lässt András Lakatos Felix Mendelssohn Bartholdys 2. Klavierkonzert in d-Moll (op. 40) erklingen:

„Dieses Werk steht mir besonders nahe, da es eines der allerersten Klavierkonzerte war, die ich in meiner Laufbahn gespielt habe. Ich verbinde damit wunderschöne Erinnerungen.“ (Um sich fokussiert einzustimmen, vertraut er seit vielen Jahren auf ein ganz eigenes Ritual: ein sanftes Massieren der Ohren vor dem Gang auf die Bühne.)

Musikalische Freundschaften auf der Bühne

Dass an diesem Abend mit der Jungen Sinfonie Reutlingen (unter der Leitung von Konrad Heinz) und der Württembergischen Philharmonie Reutlingen (unter der Leitung von WPR-Chefdirigentin Ariane Matiakh) gleich zwei Klangkörper auf der Bühne stehen, kommt nicht von ungefähr: Beide Orchester profitieren seit vielen Jahren vom Engagement der Stiftung bei der Nachwuchsförderung. Durch den Abend führen Cornelius Grube und Frazan Kotwal.

Zeit also, DANKE zu sagen – mit einem Konzert voller Leidenschaft, Erinnerungen und meisterhafter Musik!

Mehr Infos zum Konzert

Tickets für das Konzert am 24. Oktober

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