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FUGATO – 10 Fabeln und 1 Requiem für Orchester und Erzähler

FUGATO kehrt zurück

Fugato auf der Bühne
Probenfoto 2017 (Foto: Sabine Schreiber)

Das große Musikprojekt der Württembergischen Philharmonie Reutlingen mit Geflüchteten erlebt Neuauflage in Ludwigsburg

Am Mittwoch, den 28. November ist um 20 Uhr im Ludwigsburger Forum am Schlosspark die Neuauflage des großen, vielbeachteten interkulturellen Musikprojekts der Württembergischen Philharmonie Reutlingen FUGATO zu erleben. Verwoben in eine sinfonische Orchesterkomposition erwartet das Publikum ein Gesamtkunstwerk mit Musik und Texten von Geflüchteten, die in einem langen Arbeitsprozess entstanden sind.


Seit Januar 2018 treffen sich in Ludwigsburg unter Leitung von Alon Wallach, der Sängerin Ermia und dem Sänger Mazen Mohzen Menschen Menschen aus dem Iran, Syrien, Afghanistan und verschiedenen kurdischen Regionen, um gemeinsam traditionelle Musik aus ihren Herkunftsländern zu studieren sowie neue Texte und Lieder zu schreiben. Sie alle, darunter einige professionelle Musiker, haben in und um Ludwigsburg ein neues Zuhause gefunden und zeigen durch die gemeinsame Arbeit die verbindende Kraft von Musik als Sprache der Welt.


Die Musik der Geflüchteten wird für das Konzert im Forum verknüpft und eingebettet in die sinfonische Rahmenkomposition „Verbotene Töne. Zehn Fabeln und ein Requiem“ des Komponisten und Musikvermittlers Bernhard König. Die Fabeln erzählen von Liebe und Heimat, Flucht und Gefahr, vom Aufbrechen und von der Sehnsucht anzukommen. Poetisch und kraftvoll, berührend und beeindruckend ist das musikalische Ergebnis dieser intensiven Zusammenarbeit, bei dem zum Sinfonieorchester die Instrumente und Lieder, Texte und Rhythmen aus den Herkunftsländern der Beteiligten treten.


Zusammen mit der Württembergischen Philharmonie Reutlingen unter der Leitung von Thomas Herzog musizieren das FUGATO-Ensemble und -Solisten. Erzähler sind Lucie Mackert und Ahmed Gül.

Karten: www.forum.ludwigsburg.de; Telefon (07141) 910 3918


FUGATO - Hintergrundinformationen

FUGATO wurde 2016 von der Württembergischen Philharmonie Reutlingen initiiert, gemeinsam mit zahlreichen Projektpartnern in Reutlingen, Esslingen und Tübingen durchgeführt und in zwei beeindruckenden Aufführungen in Reutlingen und Esslingen auf die Bühne gebracht. Diese „Weltpremiere mit Flüchtlingen“ (SWR aktuell) überraschte, berührte und erschütterte damals die Konzertbesucher, darunter Politiker, Sponsoren und Pressevertreter gleichermaßen. Seitens der Öffentlichkeit, aber auch seitens der beteiligten Geflüchteten und Orchestermitglieder, wurde der Wunsch laut, diese wertvolle Arbeit fortzusetzen. Für viele Akteure wurde FUGATO zu einer musikalischen Heimat, in der sie auch Freunde und einen Familienersatz gefunden haben.


In Kooperation mit der Friedenskirche Ludwigsburg, dem Fachbereich Bürgerschaftliches Engagement und Soziales der Stadt Ludwigsburg und der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg haben bisherige und viele neue Mitwirkende aus dem Raum Ludwigsburg die Probenarbeit im Januar aufgenommen und die orchestralen “Fabeln über verbotene Töne” mit ihren eigenen Inhalten gefüllt. Auch diese Ludwigsburger Aufführung ist das Resultat eines einzigartigen künstlerischen Prozesses und hat zum Entstehen eines neuen Gesamtkunstwerks geführt.


FUGATO soll damit aber nicht zu Ende sein. Längst ist aus dem, was 2016 in Reutlingen entstand und nun in Ludwigsburg fortgesetzt wird, ein weitverzweigtes Netz aus Kooperationen, Aktivitäten und Freundschaften geworden. Der Prozess der Beheimatung und gesellschaftlichen Teilhabe von Geflüchteten dauert weiter an – aber er verändert sich, wirft neue Fragen auf und wird damit künftig auch auf musikalischer Ebene nach neuen Ausdrucksformen verlangen.

Pressestimmen nach der Reutlinger und Esslinger Premiere 2017

„Es gab wohl keinen in der gut gefüllten Stadthalle, der nicht aufgerüttelt gewesen wäre an diesem Donnerstagabend. Weil hier geschah, was Musiktheater maximal erreichen kann. Dass einen Abend lang alles ganz Spiel ist – und doch gleichzeitig alles pure, schonungslose Realität. Denn was die Württembergische Philharmonie mit rund vierzig Geflüchteten auf die Beine stellte, war ganz Theater, Komödie, Fabel, Erzählung. Und doch verwies es in jeder Sekunde auf die Realität da draußen.“ (Reutlinger General-Anzeiger)

 

„Ein einzigartiger Zusammenklang zwischen den Tönen einheimischer Künstler und den ungewohnten Klängen, die geflüchtete Menschen ihren Instrumenten entlockten. Und dazu Zeugnisse von Unterdrückung und Bedrohung, Flucht und Gefahr, Zukunftsangst und Lebenshoffnung. Ein Abend, den ich nicht missen möchte! Noch nie wurde mir so unter die Haut gehend bewusst, was Existenzangst bei Menschen bedeuten kann. Die Angst um das eigene Leben und das der Familie – nur weil man Musik macht oder als Instrumentenbauer die Möglichkeit des Musizierens eröffnet.“(Thomas Münch, Dekanatsreferent für das katholische Dekanat Reutlingen-Zwiefalten)

 

 Eingebettet in eine zauberhafte Geschichte über Flucht und Heimat ist ein erzählerisch und musikalisch beeindruckendes Gesamtkunstwerk mit rund 100 Mitwirkenden entstanden, eine sehr emotionale Mischung aus orientalischen Liedern und sinfonischer Musik, mit vielen poetischen Akzenten, aber auch erschütternden Berichten von Flüchtlingen: Totenklage und Feier des Lebens zugleich. … Darüber hinaus ist „Fugato“ […] auch ein Lob der herrlichen Töne und der Musik: Als Kraftquelle, als Trost, als Ausdruck der Identität, als Erinnerung an die Traditionen der Heimat, als Möglichkeit, die Stimme zu erheben, als nicht an Worte oder Sprache gebundenes Ausdrucksmittel.“ (Esslinger Zeitung)

 

„Der anderthalbstündige Abend endet mit einer Utopie: Dass die Flüchtlinge neuen Schwung in den ermüdeten Kontinent bringen und so etwas wie einen „europäischen Frühling“ auslösen. Das Konzert erntet stehende Ovationen.“ (Reutlinger Nachrichten)

Facebook-Seite des Projektes
FUGATO bei Youtube

Akteure

Team Württembergische Philharmonie Reutlingen
Angelika Bender
Wiltrud Böckheler
Matthias Buck
Günther Fischer
Friedborg Künstner
Nastasja Nürnberger-Schmeel
Justus Ruhrberg
Jennifer Sabini
Claudia Winkler
Virginie Wong

Dokumentation
Lisa Dollenmaier
Justina Raczek
Alex K. Müller (media&more)

Projektassistenz
Astrid Edel
Lena Gerber
Kerstin Panitz
Djalal Sepas
Elena Smith

Gastreferent(inn)en
Stefanie Biesolt, Regie und Schauspiel
Judith Bomheuer-Kuschel, interkulturelle Musikpädagogik
Katinka Ulmer, Theaterpädagogik
Matias Urroz, Akrobatik und Bühnentraining
Ebrahim Cheraghi Hamoole, iranischer Gesang

Textwerkstatt
Edris Joya

Ensembleleitung
Monir Naachiz (afghanischer Chor)
Alon Wallach (Fugato-Ensemble)

Dirigent
Thomas Herzog

Projektleitung
Gerlinde Dippon, Projektleitung und Organisation
Bernhard König, künstlerische Leitung und Konzept

Sponsoren

Wir bedanken uns für die großzügige Unterstützung von FUGATO:

Bei unseren Sponsoren:

Caritas Schwarzwald Gäu »Aktion Sahnehäubchen«
Oberschwäbische Elektrizitätswerke
Robert-Beitlich-Stiftung
Stiftung Deutsche Jugendmarke

Kooperationspartner Reutlingen
Kolpinghaus Reutlingen
Landratsamt Reutlingen (Kreisschul- und Kulturamt)

Kooperationspartner Tübingen
Landratsamt Tübingen

Weitere Kooperationspartner und Unterstützer
pro juventa e.V.
Kultur öffnet Welten

Konzept und Programmierung: Landsiedel | Müller | Flagmeyer